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2. Juli 2024

„What Did You Do in the War, Daddy?”- Growing Up German

Workshop der Geschichtskurse im Bili- und Kunstprofil (18.6.2024)

„What Did You Do in the War, Daddy?”- Growing Up German

So lautet der Titel der Originalausgabe des Buches von Sabine Reichel, in dem sie sich an ihre Kindheit und Jugend in Hamburg-Wandsbek erinnert und auf sehr persönliche Weise einen Blick auf das Nachkriegsdeutschland wirft.

Neugierig befragt sie zuerst ihre Eltern, später überlegt sie, was ihre Lehrer und andere Erwachsene während der Nazi-Diktatur gemacht und gedacht haben, stellt ihnen – oft spontan – kritische Fragen. Zu Beginn der 1970er Jahre zieht sie nach New York, beginnt Mitte der 1980er darüber zu schreiben, wie es ist, als Deutsche aufzuwachsen. Ihre Memoiren erscheinen 1989 in den USA, ein Jahr später in Deutschland unter dem Titel „Zwischen Trümmern und Träumen – Aufgewachsen im Schatten der Schuld“. Die ersten beiden Kapitel über die Kindheit und Jugend sowie dasjenige zum Geschichtsunterricht der 1950er Jahre bildeten die Ankerpunkte des vierstündigen Workshops, in dem es zum einen um die Auseinandersetzung mit der Schuld angesichts der nationalsozialistischen Vergangenheit ging, zum anderen um Sabine Reichels Erfahrungen im Geschichtsunterrichts in der 10. Klasse.

Im ersten Teil beantwortete Sabine Reichel vor allem Fragen zu ihrer Jugend und darüber hinaus zu ihren beruflichen Tätigkeiten. Auch schilderte sie ihren Schreibprozess. Von den Schülerinnen und Schülern der beiden Geschichtskurse wollte sie wissen, ob diese sich z. B. für die Kindheit und Jugend ihrer Eltern oder Großeltern interessierten, ob sie diesen Fragen zu Ereignissen aus der Vergangenheit stellten, ihre Einschätzungen hören wollten, denn Frau Reichel ist davon überzeugt, dass die Vergangenheit an uns klebt. Im zweiten Teil des Workshops diskutierten die Schüler über Geschichtsunterricht früher und heute, und zwar auf der Basis von Fragebögen, die von den Schülern des Geschichtskurses im Kunstprofil konzipiert, vor allem an Eltern und Großeltern verteilt und anschließend ausgewertet wurden.

Sabine Reichels offene und zugewandte Art machte es allen leicht, Fragen zu stellen und persönliche Standpunkte zu äußern. Klar wurde: Wir sind alle aufgerufen, kritisch zu denken, selbst zu entscheiden und wir dürfen unsere Vergangenheit nicht zu den Akten legen, vor allem wenn man die momentane politische Entwicklung betrachtet, die sich auch in den Ergebnissen bei der Europawahl am 9. Juni 2024 spiegelt, an denen zum ersten Mal auch 16-Jährige ihre Stimme abgeben durften.

Moderation und Präsentation der Umfrageergebnisse: Carla, Emma, Fernanda, Kaja

Teilnehmer: Geschichtskurse  von Herrn van der Ven und Frau Oppenländer

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