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21. Februar 2024

Szenische Lesung gegen das Vergessen- „Die Bertinis“

Anlässlich des 101. Geburtstags von Ralph Giordano lud das Ernst Deutsch Theater in Zusammenarbeit mit dem BERTINI Preis am Freitag, 9. Februar 2024, von 11.00 bis 12.30 Uhr, Hamburger Schülerinnen und Schüler zu einer Lesung des Romans „Die Bertinis“ ein, an der auch wir, das Kunstprofil des Gymnasiums Eppendorf, zusammen mit unseren Lehrerinnen Frau Arlt und Frau Oppenländer, teilnehmen durften.

In dem Roman „Die Bertinis“ erzählt Paul Giordano die Geschichte der jüdischen Familie Bertini, die in Hamburg-Barmbek lebt, und schildert darin, wie die Bertinis unter dem wachsenden Antisemitismus litten, wie sie versuchten den Verfolgern zu entkommen und um ihr Leben und Überleben kämpften. Die Handlung endet mit der Befreiung der Stadt Hamburg durch die Alliierten bzw. mit der Befreiung der Familie Bertini, die zuletzt in einem nicht einsehbaren Kellerraum Zuflucht gefunden hatte und dort fast verhungert bzw. vor Entkräftung gestorben wäre. Obwohl die Schauspielerinnen und Schauspieler und die Dramaturgin des Ernst Deutsch Theaters nur einen kleinen Teil aus dem Roman vorgetragen haben, vermittelten die gelesenen Szenen dennoch einen bewegenden Einblick in das Leben einer jüdischen Familie während einer der dunkelsten Perioden der deutschen Geschichte.  Das liegt sicher auch daran, dass Ralph Giordano in diesem Roman die Geschichte bzw. Erlebnisse seiner eigenen Familie verarbeitet hat.

Aus unserem Profilkurs kannte niemand diesen Roman, allein deshalb war die Teilnahme an dieser Lesung für uns eine Bereicherung. Aber darüber hinaus ist das Thema dieses Romans bis heute aktuell. Es erinnert uns daran, des Holocaust nicht zu vergessen, die Vergangenheit zu reflektieren, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen. Angesichts der jüngsten politischen Ereignisse ist dies besonders relevant, da es uns dazu ermutigen soll, z. B. diskriminierende, ausländerfeindliche Äußerungen und Maßnahmen nicht zu ignorieren, sondern deutlich zu kritisieren. Der Roman ermöglicht es uns, die persönlichen Geschichten und Leiden von Menschen während der Zeit des Nazi-Regimes zu verstehen, was durch unsere Vertrautheit mit den Orten in Hamburg, die im Buch erwähnt werden, verstärkt wird.

Text von: Emma Sümegh und Ulla Oppenländer

Fotos von: Janina Arlt

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