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5. Februar 2024

Ein eigenes Ende zum Roman „Wolf“ verfassen

Schülerergebnisse aus dem Deutschunterricht der 7d

Seit dem vergangenen Herbst haben sich die Schülerinnen und Schüler der 7d im Deutschunterricht intensiv mit Saša Stanišićs Roman „Wolf“ auseinandergesetzt. Der im April 2023 als erstes Kinder- und Jugendbuch des bekannten Hamburger Autors erschienene Roman verfügt über einen recht offenen Handlungsausgang, der am Ende der Lektüre manche Fragen unbeantwortet lässt. Insofern haben sich die Schülerinnen und Schüler der 7d der Aufgabe gestellt, in einem eigenen Schluss des Romans einige der offenen Handlungsstränge zu einem Abschluss zu führen. Dazu haben sie eigene Schlussteile, Epiloge oder ein abschließendes Kapitel verfasst:

Alternatives Ende des Romans „Wolf“

Wir saßen um das lodernde Feuer, als wäre dieses Camp nie gewesen. Wir liefen über das Stückchen Gras bis hin zu dem Bus. Ich gab mein Gepäck ab und platzierte mich ganz hinten im Bus, denn einschüchtern ließ ich mich jetzt nicht mehr von Marko. Er schlängelte sich durch den dünnen Gang des Busses im Schlepptau der hohlen Dreschkes. Ehrlich gesagt, taten sie mir leid. Was würden sie nur nach der Schule ohne den allmächtigen Anführer Marko tun? Marko blinzelte mir zu und schmiss sich grinsend auf den labbrigen Sitzplatz. Jedoch zog ich meine Hand aus der Jackentasche, die noch unsäglich nach Mückenspray roch, und wedelte mit ihr in Richtung eines nächsten Platzes, denn was Marko vergessen hatte, war, dass Jörg mein bester Freund war und er neben mir sitzen sollte. Wir fuhren los und plötzlich surrte mein Handy. Ich öffnete zaghaft die aufgeploppte Nachricht. Jetzt schon wieder womöglichen Stress zulassen? Ach… Es waren zwei, ich entschied mich für die längere, sie war vom Koch:

„Lieber Kemi, du fragst dich bestimmt immer noch, wer oder was dieser Wolf war. Ich kann es dir beantworten. Schon bei eurer Ankunft merkte ich, dass Jörg und du anders als die anderen wart, besonderer, jedoch völlig ohne Selbstvertrauen. Also beschloss ich, euch zu helfen, euch auf die richtige Fährte zu bringen. Mein Husky Torsten half mir dabei. Ich denke, er hat sehr diskret gehandelt, hat er, oder? Immer nachts schickte ich ihn zu euch rüber. Er kennt alle Geheimgänge und Nischen dieser Herberge, weshalb er auch immer in euer Zimmer gelangte. Er sollte da sein, um euch Mut zu geben, Kraft und auch ein wenig mehr Geborgenheit. Hin und wieder hatte es doch geklappt, oder? Naja, bis hoffentlich bald, Koch!“

„Nein, das ist jetzt nicht sein Ernst“, flüsterte ich. Ich musste aber auch leise schmunzeln, denn so eine absurde Aufklärung hätte ich niemals erwartet. Jörg blickte zu mir auf. „Da ist noch eine Nachricht“, sagte er, ,, von Benisha“, fügte er noch rasch hinzu. Er gluckste leise. Ich tippte auf den Chat. Ich wagte kaum zu lesen, doch ich überwand mich und las. Der Text warf mich völlig aus der Bahn:

„Lieber Kemi, es kommt wahrscheinlich etwas unerwartet, aber ich würde dich gerne fragen, ob wir zusammen ein Eis essen gehen möchten? Liebe Grüße, Benisha!“

Ich hatte es völlig versaut! Sie hatte den ersten Schritt gemacht!! Das peinlichste an dem Ganzen war, sie saß nur drei Reihen vor mir in dem knatternden Bus, der schon etliche Felder

hinter sich gelassen hatte. Ich schrieb schnell zurück: „Ja, gerne!“, lautete meine Nachricht. Ich packte mein Handy ein und guckte aus dem Fenster. In der Spiegelung sah ich, wie sich Jörg und Marko nett unterhielten. Die Dreschkes glotzten die beiden blöd an. Wieso war es nicht immer schon so gewesen? So war es perfekt!

(Toni Rendón Noboa)

Alternatives Ende zum Roman „Wolf“

Jörg aber bückt sich und hebt das Glänzen auf. Hält es auf der Hand, hält es auf seiner Pfote und lächelt. Ich bin anscheinend nicht der Einzige, der das sieht, denn in diesem Moment läuft Marko zu Jörg, interessiert, doch gleichzeitig mit einem hinterlistigen Schmunzeln. Mir wird unwohl. Jörg scheint es auch zu bemerken. Das Lächeln und die Friedlichkeit verblassen. Er hält die Münze hinter seinem Rücken. Marko steht jetzt direkt vor ihm, flüstert ihm etwas zu, und Jörg reicht ihm zögerlich das Glänzen. Ich will aufstehen, will helfen, doch ich tue wieder nichts. Wieder stehe ich nur da und gucke zu – mit der Entschuldigung: „Es war doch eh schon fast vorbei.“ Marko spuckt auf das Glänzen und wirft es so weit wie möglich in die Ferne. Jörg zuckt, guckt zu mir und ich schäme mich fürchterlich, nichts getan zu haben. Es überrascht mich aber zu sehen, dass, wenn Marko zurück zu den Dreschke-Zwillingen geht, sie irgendwie abweisend ihm gegenüber wirken. Mhh. Jörg kommt zurück zu mir, sein Zeichenblock immer noch in seiner Hand. In seinen Augen scheinen sich tatsächlich Tränen zu bilden. Ich fühle mich sehr schlecht, doch spüre leider auch die Gefahr, die Gefühle-Zeigen mit sich bringt; also hocke ich mich vor ihn, sodass er aus Markos Sichtfeld verschwindet. Da ich nicht der beste Tröster bin, bin ich etwas überfordert, was ich tun soll, und streichle sanft über sein Bein. Sein Blick senkt sich zu Boden und er fängt an zu weinen. Benisha und ihre Freundinnen scheinen dies zu bemerken und kommen zu Jörg und mir, um ihn zu trösten. Immer mehr schließen sich ihnen an, bis wir wirklich ein kleines Grüppchen um uns herumhaben, unser eigenes Grüppchen. Es fühlt sich gut an, nicht nur immer zu zweit oder manchmal sogar allein zu sein. Jörg scheint es auch zu gefallen, alle nett und fürsorglich. Sein Gesichtsausdruck wird glücklicher. Ich wundere mich, wo Marko und seine Bande bleiben, um unsere Freude zu ruinieren, also drehe ich mich zu ihnen um. Marko hat seinen Blick auf dem Boden. Die Dreschkes schauen sehnsüchtig zu uns, als würden sie dazu kommen wollen, und das tun sie tatsächlich auch. Sie gehen zu Jörg und flüstern ihm etwas ins Ohr, etwas wie eine Entschuldigung nehme ich an, da Jörg mit „Alles gut“ antwortet. Wir alle lächeln, lachen und haben Spaß. Marko allein. Ich versuche ihn auszublenden und mich auf mein neues Grüppchen zu konzentrieren. Wir alle bleiben den restlichen Tag zusammen. Und dann plötzlich passiert es: Marko geht auf uns zu! Aber merkwürdigerweise mit einem schuldbewussten Gesichtsausdruck und hängenden Schultern. Doch trotzdem mache ich mich bereit, Jörg zu beschützen. Dieses Mal würde ich es tun, dieses Mal würde ich Marko meine Meinung sagen. Mir ist es in dem Moment egal, was das für Konsequenzen für mich haben würde, dann mobbt Marko mich eben! Alles, was für mich zählt, ist, Jörg zur Seite zu stehen. Marko steht direkt vor uns. Kurz tritt einfach nur Stille ein, doch dann kommen die ersten Laute aus seinem Mund:

„Ee-, es tut mir leid!“ Ich gucke Jörg verwundert an, doch er hört Marko gespannt zu. „Keine Ahnung, was mit mir los war. Manchmal bin ich halt ein fieser Typ. Die Zwillinge sagen, ich wäre ein Penner und hätte bald keine Freunde mehr. Ey, das will ich echt nicht und da dachte ich mir, ich muss etwas ändern. Und zwar jetzt gleich hier im Camp, bevor in der Schule alles ist wie immer. Tut mir leid, Mann. Tut mir leid, dass ich Deinen Rucksack versaut habe.“ Jörg nickt einfach nur und lächelt daraufhin kurz. Ich frage mich, was Jörg gerade fühlt und was er von der Entschuldigung hält. Als Marko wieder weggeht, erkundige ich mich nach seinem Empfinden. „Ich bin unentschlossen“, sagt er, „Ich bin froh, dass Marko sich entschuldigt hat, doch ich bin gerade außerdem etwas verwirrt, da ich gerade eine Entschuldigung von Marko niemals erwartet hätte.“ „Ich weiß, was du meinst. Dir ist doch klar, dass du immer mit mir reden kannst, oder? Ich bin für dich da.“ „Danke, das weiß ich zu schätzen. Ich glaube, dass jetzt alles besser wird.“, sagt Jörg mit einer glücklichen und nun doch sicheren Stimme. Zurück im Camp erwartet uns schon der Bus. Auf der Rückreise sitzen Jörg und ich in der Mitte des Busses nebeneinander. Als die Fahrt zu Ende geht, verabschieden wir uns alle voneinander. „Tschüss, Jörg.“, sage ich. „Bis bald, Kemi.“, antwortet er.

(Elisa Buske und Hanna Schmiedel)

Epilog: „Auf Nimmerwiedersehen, Wolf“

Nach dem Gruppenfoto liefen wir zurück zum Camp.
Das hat zum Glück nicht so lang gedauert.
Der Bus wartete schon auf uns. Jörg und ich gingen schnell zur Hütte und schnappten unsere Sachen. Kurz darauf saßen wir im Bus, dieses Mal nebeneinander.
Jörg guckte aus dem Fenster zum Camp zurück und fragte mich auf einmal:
„Bist du traurig, dass wir schon fahren?“ „Nope“, antwortete ich, ohne zu zögern.
„War es denn so schlimm?“, fragte er mich, diesmal guckte er mich direkt an.
Ich dachte kurz nach und sagte: „Naja, meistens schon, aber manchmal war es ganz okay. Aber generell ja.“ Jörg kicherte kurz und guckte wieder aus dem Fenster. „Ich bin echt froh, dass wir in einem Zimmer waren.“
Ich nickte.
Der Rest der Fahrt war recht entspannt. Jörg war gut drauf, Marko hat ausnahmsweise nicht die ganze Zeit geschrien und Pietrisch hat kein Wikipedia vorgelesen.
Als wir ankamen, warteten alle Eltern auf uns. Meine Mutter schien sich mit Jörgs Vater zu unterhalten. Jörg und ich gingen zu ihnen, um Hallo zu sagen und ein bisschen zu berichten. Kurz danach sah ich, wie die Betreuer zu Markos Eltern gingen und mit ihnen geredet haben. Ich habe zwar nicht zuhören können, aber an Markos Gesicht konnte man genau sehen, worum es ging.
Davon habe ich niemanden etwas erzählt.

Zwei Wochen später

Ich habe mich mittlerweile echt gut mit Jörg angefreundet und das Mobben von Marko und den Dreschkes hat auch aufgehört. Naja, wenn Jörg mit so jemandem wie mir angefreundet wäre, würde ich mich auch nicht trauen, ihn zu mobben.
Spaß beiseite, ich bin echt froh, dass Jörg sich jetzt mit allen besser versteht. Er ist jetzt auch viel offener als zuvor.

Meine Mutter scheint auch viel weniger Stress zu haben.
Jörg und sein Vater kommen oft zu uns und helfen beim Salatmachen. Vielleicht hatte meine Mutter ja doch Recht mit dem Ferienlager. Vielleicht hat es doch geholfen.
Aber auch nur vielleicht.
Von dem Wolf haben Jörg und ich übrigens niemandem erzählt.

„Egal, wer du bist, egal, ob du Lust hast oder nicht,
manchmal hat man keine andere Wahl, als sich
ins Unbekannte zu begeben, um sein Glück oder
das Glück von anderen zu finden.“ – Zitat von einem sehr weisen Mann (Ich)

(Kuba Schultheiß)

Alternatives Ende des Romans ,,Wolf“

Beate springt auf, und sie reiten in die Tiefe des Waldes…
Für einen kurzen Moment schwebe ich in der Vergangenheit und spule nochmal bis zum Anfang der Ferien zurück, ich sehe mich und meine Mutter, wie wir Salat machen und darüber diskutieren, dass ich in das Feriencamp im Wald muss. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, bin ich meiner Mutter sehr dankbar, dass sie mich ins Feriencamp geschickt hat.
Endlich habe ich einen sehr guten Freund gefunden (glaube ich zumindest), der jetzt immer an meiner Seite stehen wird.
Ich glaube jedem ist klar, wen ich meine! Richtig, ich denke an Jörg. Nach weiteren zwei Minuten, die ich in meinen Gedanken schwebe, wache ich auf und bin wieder in der Gegenwart angekommen. Um mich herum ist es sehr chaotisch. Alle packen ihre letzten Sachen ein. Von der einen Seite höre ich: „Lass mein T-Shirt los!“. Und von der anderen Seite höre ich: „Wo ist mein Buch?“ In einfachen Worten: Es ist nur trubelig und unorganisiert. Das liegt, glaube ich, daran, dass die Betreuer mit alledem nichts zu tun haben wollen und sich in ihre Hütten verzogen haben (typisch).
Ich beschließe auch wieder zurück in unsere Hütte zu gehen und dort meine letzten Bücher zusammenzupacken. Als ich in die Hütte komme, ist Jörg in seinen Gedanken versunken und

faltet seine T-Shirts zusammen. Direkt merke ich, wie er versucht, sich vom Trubel fernzuhalten. Ich lasse ihn also auch in Ruhe. Gestern am letzten Abend hatten wir beide beschlossen, im Bus in der Mitte zu sitzen und nicht wieder vorne. Uns war im Laufe der Woche bewusst geworden, wie wichtig wir füreinander wirklich sind und dass wir zusammen sehr stark sind und dass wir uns vor allem von einem Marko und den Dreschke-Zwillingen nicht unterkriegen lassen.

So, endlich war ich mit dem Packen fertig. Ich lehnte mein Gepäckstück an die Wand und Jörg machte es genauso auch mit seinem Rucksack.
Ich wusste, endlich würde ich nach Hause fahren und meine Mutter wiedersehen. Plötzlich hatte ich den Geruch von ihrem Lieblingsparfüm in der Nase und erst da merkte ich so richtig, wie sehr ich sie vermisst hatte. Als Jörg und ich dann zusammen aus der Hütte traten, sahen wir, wie ein Bus vorfuhr und laut hupte. Pietrisch und Bella kamen aus der Hütte gelaufen und redeten dann mit dem Busfahrer.

Als wir so dastanden, kam Marko um die Ecke, er nahm Kurs auf uns, wendete dann aber überraschenderweise ab. Er ging schnurstracks zu den Dreschke-Zwillingen, die 15 Meter entfernt standen. 20 Minuten später saßen Jörg und ich im Bus. Nach einer angenehmen Busfahrt, auf der Jörg und ich beschlossen hatten, dass wir Marko und die Dreschke Zwillinge am Montag in der Schule zu konfrontieren wollen, fühlten wir beide uns so gut wie nie zuvor. Als ich meine Mutter auf dem Parkplatz sah, rannte ich aus dem Bus und wir umarmten uns eine gefühlte Ewigkeit. Ich fuhr mit Mama nach Hause und wir redeten die ganze Fahrt lang. Zu Hause machten ich und Mama einen Salat. Ich glaube, er war einer der Besten, die wir je gemacht hatten.

Ich heiße Kemi, übrigens.

(Hannah Larsson)

 

 

Epilog: Zwei Wochen später

Jörg und ich gehen gerade in die Pause, als Marko zu uns kommt. Ich schaue Marko wütend an. Marko sieht überraschenderweise verlegen aus. Ich frage mich was, er will. Verlegen fängt Marko an zu stottern: „Ich…äh…ich meine…“
Jörg fragt Marko ruhig : „Was meinst du?“ Marko antwortet immer noch verlegen: „Ich wollte mich bei dir entschuldigen, Jörg. Was ich getan habe, war echt gemein. Weißt du, bei mir zu Hause ist es nicht so schön, meine Eltern streiten sich nur noch, ich glaube, sie wollen sich scheiden lassen. Ich brauchte einfach jemanden, an dem ich meine ganze Wut auslassen konnte. Es tut mir wirklich leid. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen.“ Ich schaue Marko fassungslos an. Ich denke, ich träume, wieso sollte sich Marko freiwillig bei Jörg entschuldigen? Ich schaue zu Jörg, der mich fragend anschaut.

Ich frage Marko, ob er das ernst meint. Marko antwortet mir: „Ja, das tue ich. Ich weiß, dass es nicht richtig war, mich so zu verhalten.“ Ich schaue Jörg fragend an, Jörg schaut Marko neugierig an.
Jörg sagt: „Ich verzeihe dir, es tut mir leid, dass es bei dir zu Hause so schlimm ist.“

Marko, der jetzt tatsächlich ruhiger aussieht, erwidert: „Danke, Jörg, ich verspreche dir, dass ich nie wieder so etwas tun werde.“ Marko und Jörg grinsen sich an, dann klingelt die Schulglocke.

(Hannah Weber)

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