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3. Mai 2024

Caspar David Friedrich mit Stefanie Busold in der Hamburger Kunsthalle: Ein Feuerwerk der Kunst-Begegnung und Einblicke in eine „neue Zeit“

Am Dienstag, 12. März 2024 war es endlich so weit, Stefanie Busold (Sothebys Hamburg) hatte uns auf eine Entdeckungstour zu C.D. Friedrich und zu zeitgenössischen Positionen „Kunst für eine neue Zeit“ eingeladen. Wir waren wieder eine bunte und lebhafte Gruppe bestehend aus Schüler:innen der 5. bis 12. Klasse, Eltern und Lehrer:innen, die Lust zu Kunst- und Kulturgenuss mit unserer Lieblings-Kunstgeschichten-Erzählerin hatten.

Bestaunen konnten wir mit Frau Busold alle bedeutenden Meisterwerke von Caspar David Friedrich wie Kreide­felsen auf Rügen (um 1818–1822), Mönch am Meer (1808–1810) und Zwei Männer in Betrachtung des Mondes (1819/20) neben dem Nebelmeer (um 1817) und Das Eismeer (1823/24) – insgesamt 70 Meisterwerke wie seltene Leihgaben haben wir gesehen. Dazu kamen 100 Zeichnungen – und das war längst nicht alles: Auch die zeitgenössischen Positionen für eine „neue Zeit“ waren faszinierend.

Stefanie Busold und C.D. Friedrich luden uns ein, ganz neue Perspektiven zu entdecken, Stefanie Busold mit ihren Kunst-Geschichten und C.D. Friedrich mit und ohne seine Rückenfiguren.

Der „Wanderer über dem Nebelmeer“ als eine der berühmtesten Rückenfiguren der Kunstgeschichte.

C.D. Friedrichs Eisberge, nebelverhangene Wälder und geheimnisvolle Ruinen, klare Bergmassive, romantische Sonnenuntergänge und mit kleinen Menschengruppen oder einzelnen Wanderern davor haben viele Künstler:innen und Aktivisten – damals wie heute – angeregt.

Laut Stefanie Busold liegt die Qualität des romantischen Malers Friedrich nicht nur im präzisen Naturstudium, wie seine vielen Studien als Zeichnung und Malerei zeigen. Sondern auch seine Bildkompositionen sind besonders und eröffnen dadurch die Möglichkeit, das Verhältnis von Mensch und Natur zu überdenken. Friedrich zeigt uns den Menschen in der Natur, aber auch als betrachtende Figur – als Teil der Natur aber auch als distanzierten Fremden.

Dass diese nun schon über 200 Jahre alten Bilder noch aktuell für Auseinandersetzungen mit der Natur sind, lässt sich mit Blick aktueller Herausforderungen von Klimakrise, Umweltverschmutzungen und zerstörerischen Kriegen sicherlich nachvollziehen.

Vielleicht regen die Bilder dazu an, über unsere gegenwärtige Haltung zur Natur und zum Menschen nachzudenken.

Die Aktualität der Arbeiten von C.D. Friedrich wurden auch in den Werken der zeitgenössischen Kunst im zweiten Obergeschoss der Kunsthalle deutlich. Es wurden Werke von ca. 20 zeitgenössischen Künstler:innen gezeigt. Es sind Reflexionen zu Friedrichs Arbeiten und Themen, Neuinterpretationen von Bildsujets oder Aufnahmen von Friedrichs Bildern oder Themen als direkte Zitate. Zum Teil thematisierten sie auch ökologische Fragestellungen.

Jonas Fischer zum Beispiel fotografiert seit 2020 den Himmel über Kraftwerken und Industrieanlagen. Sein „Cloud Index“ besteht aus Fotos, die den Ausstoß von fossilen Brennstoffen zeigen und gleichzeitig in rosaroten und pastelligen Farben die schwerwiegenden Klimasünden ästhetisch schön festhalten.

Wir waren beeindruckt, dass Caspar David Friedrich so viele junge Künstler:innen inspiriert und Kunstliebhaber:innen  vergangener Zeiten bis heute berührt.

Liebe Stefanie Busold,

vielen Dank für diese wunderbare Expedition in die Kunstwelt C.D. Friedrichs mit Anregungen für Gedanken zu einer „neuen Zeit“ heute.

Janina Arlt

für die Ag Kultur am Gym Epp

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