Was ist Glück? Ein Projekt zum kreativen Schreiben im Deutschunterricht des 9. Jahrgangs

5. Februar 2018

Zum vierten Mal fand das Projekt zum kreativen Schreiben mit den 9. Klassen statt. Es startete 2015/16 mit zwei Projekten, im ersten Halbjahr zum Thema „Heimat“, im zweiten zu dem Hamburger Künstler und Autor Horst Janssen. Es folgte 2016/17 das Thema „Liebe“ und 2017/18 setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage auseinander, was Glück ist, und präsentierten in der Aula einige Ergebnisse, die während des Unterrichts entstanden sind.

Ist es Glück, wenn Deutsch ausfällt? Oder Mathematik? Oder überhaupt Schule? Ein paar Gedanken von Lehrerseite:

Viele Schülerinnen und Schüler würden diese Frage mit einem freudigen Ja beantworten, bedeutet es doch im günstigsten Fall, dass man früher Schulschluss hat. Für den einen oder anderen mag das Glück sein, aber ein dauerhaftes Glücksgefühl ist es wohl nicht.

Wie auch immer, wäre es nicht wunderbar, in einer der vier wöchentlichen Deutsch- oder Mathematikstunden, über „Glück“ unterrichtet zu werden? In Deutschland gibt es dieses Fach an einzelnen Schulen, wie z. B. in Heidelberg oder Aachen. Die Idee kam aus England, dort wurden 14- bis 16-Jährige einmal in der Woche in den Schwerpunktthemen Selbstwahrnehmung, Persönlichkeitsförderung sowie Beziehung zu anderen Menschen, Umwelt und Technologie unterrichtet. Eingesetzt wurden Atem- und Entspannungsübungen, Phantasiereisen, Rollenspiele und Wahrnehmungstraining. Das Lernziel des Unterrichts war: „Wohlbefinden ist erreichbar und erlernbar“. Da dieses Lernziel an unserer Schule in jeder Unterrichtsstunde, nicht nur in Deutsch und Mathematik, und an jedem Schultag verfolgt wird, benötigen wir ein eigenes Fach „Glück“ doch überhaupt nicht, oder? Aber vielleicht brauchen wir immer wieder Zeit, um über unser Glück nachzudenken und um auf Phantasiereisen zu gehen, z. B. in Projekten zum kreativen Schreiben.

Unser Wortschatz kennt zahlreiche Zusammensetzungen mit dem Substantiv „Glück“ wie z. B. „Glückstag“. Heute ist solch ein Glückstag, denn zum einen fällt in den vier 9. Klassen heute tatsächlich der Deutsch- bzw. Englischunterricht aus, zum anderen hören und sehen wir jetzt eure Beiträge zum Thema „Glück“: Erzählungen, Gedichte, Vorträge und Filme.

Für den Jahrgang 9 Oppenländer

Unsichtbares Glück
Kann man Glück definieren
oder soll man es kalibrieren?
Hat man immer Glück
oder kommt es in einem Stück?
Sticht mich jetzt eine Mück´,
ist das nun Glück.

Wird es langsam schwind’n
oder werden wir es rechtzeitig finden?
Trägt man Glück in sich
oder ist man einfach glücklich?
Überträgt es sich auf dich
oder ist es nur für mich?

Hab ich einfach nur Pech
oder bin ich zu frech?
Mach´ ich etwas anders,
doch ich weiß, ich kann das.

Ist da etwas im Dunkeln
oder doch ein Stern am Funkeln?
Ich sehe es ganz klar,
ich weiß, es ist nun da.

Kann ich es sehen
oder bleib‘ ich einfach stehen?
Werd´ ich mit ihm fliegen
oder wird´ ich mit ihm siegen?

Wird´ ich nach ihm streben
oder wird es sich mir ergeben?
Wird es zu mir kommen
oder werd´ ich mich erst einmal sonnen?

Ich bin nun mit ihm verbunden.
Ich habe es gefunden.
(Zoe, Klasse 9c)

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