Die Beobachtungsstufe (Klasse 5-6)


Der Wechsel von der Grundschule auf das Gymnasium ist mit großen Veränderungen und bisweilen auch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. So gilt es, neue Mitschüler und Mitschülerinnen aus vielen verschiedenen Grundschulen kennen zu lernen, ein neues Gebäude mit vielen Fachräumen zu erkunden, sich auf neue Fächer und mehr Lehrer und Lehrerinnen als an der Grundschule einzustellen.

Schulzeitverkürzung

Am Ende der zweijährigen Beobachtungsstufenzeit steht eine fundierte Prognose über die weitere Schullaufbahn der Kinder. Im Zuge der Schulzeitverkürzung wurde der Unterrichtsstoff komprimiert und die Wochenstundenzahl erhöht. Darüber hinaus setzt die zweite Fremdsprache – Latein oder Französisch – schon in Klasse 6 ein.

Vereinheitlichung des Wissensstands

Die Kinder kommen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen aus den Grundschulen an unsere Schule. Wir gehen individuell auf die Kinder ein und wiederholen Unterrichtsinhalte, um möglichst auf einen einheitlichen Stand zu kommen. Die enge Kooperation mit den umliegenden Grundschulen ist dabei sehr hilfreich.

Methodenkompetenz und Eigenverantwortliches Lernen

Angesichts der zunehmenden Fülle an Informationen und Inhalten, mit denen Schülerinnen und Schüler heute innerhalb und außerhalb der Schule konfrontiert werden, wird es immer wichtiger, das eigenverantwortliche Lernen und die Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Wir haben am Gymnasium Eppendorf ein Programm zur Förderung wichtiger Arbeitsmethoden und Fertigkeiten entwickelt, welches den Schülerinnen und Schülern Grundfertigkeiten auf dem Weg zu eigenverantwortlichem Lernen und Sicherheit im Umgang mit verschiedenen Arbeitsmethoden vermitteln soll. Wir haben das Methodenlernen in folgende Bereiche gegliedert:

Soziales Lernen im Klassenrat

Zu den fachlichen, gymnasialen Ansprüchen kommt die soziale Komponente. In Klasse 5 versuchen wir, die Kinder aus den verschiedenen Grundschulen zu einer intakten Klassengemeinschaft zusammenzuführen. Der Klassenrat wird bis bis einschließlich Klasse 9 praktiziert. Zum Thema „Soziales Lernen“ siehe auch Hege Helping Hands.

Buntes Schulleben

An Klassenlehrertagen und in den Klassenratsstunden werden grundlegende Regeln für das tägliche Miteinander erarbeitet und eingeübt. An Bastelnachmittagen, auf Klassenfesten, Flohmärkten und Schuldiscos zeigt sich das Gymnasium Eppendorf nicht nur als Ort des Lernens, sondern auch als eine Stätte der Begegnung und des Austausches im Stadtteil (z.B. „Wheels of Emotion“, Adventsbasare)

Bereiche des Methodenlernens

  • „Ordnung schaffen und halten“
  • „Formen des miteinander Arbeitens“
  • „Selbstständige Er- und Aufarbeitung von Themen“
  • „Präsentation von Themen“

Für die Erarbeitung der einzelnen Bausteine dieses Methodenprogramms sind, beginnend mit Jahrgangsstufe 5 bis einschließlich Klasse 9, jeweils bestimmte Fächer verantwortlich; in den Folgejahren werden die Methoden wiederum in anderen Fächern wiederholt und vertieft. In einem eigens dafür angelegten Methodenordner sammeln die Schülerinnen und Schüler die Materialien zu den einzelnen Methodenbausteinen, so dass sie darauf während ihrer Schullaufbahn immer wieder zurückgreifen können.

Medienkompetenzen

In den Klassen 5 und 6 beginnen wir mit dem Einstieg in unser Curriculum Medienerziehung, das an den Unterricht angebunden ist.

Beobachtungsstufe als Beratungsstufe

Als Letztes sei die enge Zusammenarbeit des Kollegiums mit den Eltern erwähnt. Elterngespräche, Elternabende, Elternstammtische, Elternsprechtage, die pädagogischen Konferenzen und Treffen der Klassenelternvertreter mit dem Stufenkoordinator gehören zu den Standards.

 
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Die Mittelstufe (Klasse 7-10, Sekundarstufe I)


Die Arbeit in der Mittelstufe stellt unsere Schülerinnen und Schüler aber auch Lehrerinnen und Lehrer vor neue Herausforderungen. Die Heranwachsenden bewegen sich nun mehr und mehr in einem Spannungsfeld zwischen ihren Wünschen und altersgemäßen Bedürfnissen und den Vorstellungen ihrer Umgebung, ihrer Schule und ihrer Familie.

Spannungsfeld zwischen Eigenbedürfnissen und Außenanforderungen

Die Arbeit in der Sekundarstufe I stellt die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schülerinnen und Schüler vor neue Herausforderungen. Die Heranwachsenden bewegen sich nun mehr und mehr in einem Spannungsfeld zwischen ihren Wünschen und altersgemäßen Bedürfnissen und den Vorstellungen ihrer Umgebung, ihrer Schule und ihrer Familie. Die Anerkennung und die Kommunikation in der Gruppe der Gleichaltrigen drängen zeitweise einen zielgerichteten Einsatz der Lernfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zurück. Die schulischen Anforderungen  jedoch wachsen gleichzeitig.

Neue Fächer, klare Leistungsanforderungen, Pädagogik des Dialogs

Neue Fächer kommen hinzu und/oder andere Fächer werden ausgebaut und vertieft, die Anzahl von Fachlehrern und Kursen nimmt zu, zentrale Arbeiten sind zu bewältigen. Das Gymnasium Eppendorf sieht es als seine besondere Aufgabe, zum einen klare Ansprüche an die Leistungsanforderungen der Schülerinnen und Schüler zu stellen und diese mitzuteilen, zum anderen im Dialog mit ihnen eine pädagogische Haltung zu vertreten, bei der den jungen Menschen zugestanden wird, aus Fehlern zu lernen.

Methodentransparenz

Besonders in der Mittelstufe kommt es darauf an, dass fachliche, methodische und pädagogische Aspekte des Unterrichtens in geeigneter Weise miteinander verknüpft werden: Daher entwickeln wir unser in der Beobachtungsstufe angelegtes Lernprofil in den Klassen 7-10 altersgemäß weiter. Das bedeutet, dass wir in allen Fächern qualifizierten Fachunterricht nach den geltenden Rahmenplänen anbieten. In der Mittelstufe kommt dem pädagogisch begründeten Einsatz der jeweils richtigen Lernmethode besondere Bedeutung zu. Wir versuchen,  solche Unterrichtsformen verstärkt anzuwenden, die geeignet sind, die Selbsttätigkeit und das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen der Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Methodenkompetenz

Da wir besonderen Wert auf die vertiefte Entwicklung der Methodenkompetenz auf Seiten der Schülerinnen und Schüler legen, haben wir ein Methodenprogramm entwickelt, mit dem in allen Klassenstufen Methoden wie z.B. Lesekompetenz, Präsentationstechniken oder die Fähigkeit zur Leitung einer Gruppenarbeit systematisch eingeübt werden.

Eigenverantwortung

Wir wissen, dass all diese Dinge nur dann wirklich gut gelingen, wenn wir den Schülerinnen und Schüler vermitteln können, dass sie selbst es sind, die die Verantwortung für ihr eigenes Lernen tragen. Und wir lassen sie auch Verantwortung dafür übernehmen, dass sich alle Beteiligten in der Schule und ihren Räumen wohl fühlen können, dass alle mit ihren Anliegen gesehen und ernst genommen werden, dass ein angstfreier Umgang miteinander gelingt.

Klassenrat

Im Klassenrat, den wir in den 5. – 8. Klassen regelmäßig durchführen, dessen Sitzungen von den Schülerinnen und Schülern selbst im Beisein der KlassenlehrerInnen geleitet werden, üben wir uns gemeinsam in die Übernahme von Verantwortung ein. Dadurch werden sowohl die Gesprächskultur an unserer Schule wie auch die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler gestärkt.

Wahlpflichtunterricht

In den Klassen 8-10 werden diverse Fächer als Wahlpflichtfächer erteilt. In diesem Bereich setzen wir eigene Schwerpunkte: Unsere Schülerinnen und Schüler können unter anderem zwischen den Fächern Darstellendes Spiel, Musik, Kunst, Philosophie, Religion, Informatik und Naturwissenschaftliches Praktikum wählen sowie z.B. Wirtschaft oder Spanisch in Hinblick auf die Oberstufe aufnehmen.

Wettbewerbe – Begabtenförderung

Wir fördern weiter die Teilnahme an außerunterrichtlichen Veranstaltungen wie z.B. Schulfeste, Konzerte, Theateraufführungen, die Teilnahme an schulischen Arbeitsgemeinschaften außerhalb der Unterrichtszeit, wie z.B. in der Musik, im Sport und in den Sprachen und die alters angemessene Teilnahme an schulischen Wettbewerben, z.B. Fremdsprachenwettbewerb, Jugend forscht, Jugend musiziert oder Mathematikolympiade. Begabte  Schülerinnen und Schüler nehmen an besonderem Unterricht teil, der sehr anregend ist und sie besonders fordert.

Individuelle Förderung 

Wir wollen Klassenwiederholungen möglichst vermeiden. Schülerinnen und Schüler, die in der Mittelstufe in Versetzungsgefahr geraten, unterstützen wir bei der Überwindung ihrer Lernschwierigkeiten. Dafür haben wir ein Programm zur individuellen Förderung entwickelt, das sowohl Lernvereinbarungen und regelmäßige Lernbegleitung als auch Fachförderung in den wichtigsten Fächern vorsieht.

Suchtprävention

Süchte und deren Gefahren sind in diesem Alter ein ernstzunehmendes Thema. Unser Konzept bietet neben fachlicher Aufklärung auch Aspekte der Stärkung des Selbstbewusstseins unserer Schülerinnen und Schüler.

 
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Die Oberstufe (Klasse 11-12, Studienstufe)


In der Studienstufe können wir ein vielseitiges Profilangebot realisieren. Wir bieten fünf Profile an, die wir verlässlich einrichten. Insbesondere der fächerübergreifende Unterricht innerhalb der Profile fördert das vernetzte Denken und Arbeiten, motiviert und stößt auf großes Interesse. Im Seminar mit unserem eigens für dieses Fach entwickelten schulinternen Curriculum eignen sich die Schülerinnen und Schüler für die erfolgreiche Arbeit in Studienstufe und spätere Laufbahn wichtige fächerübergreifende Kompetenzen an.

Bilingualer, englischsprachiger Zweig

In den Profilen „Patterns of Life in Time and Space“ und „Globale Herausforderungen – Gesellschaftliche Antworten“ wird der bilinguale Zweig fortgesetzt. Auch aus den anderen Profilen heraus ist die Wahl von Sachfächern auf Englisch möglich.

Berufsorientierung

Unsere in Stufen aufgebaute Berufsorientierung hat einen Schwerpunkt in den Klassen 10 bis 12 mit zahlreichen differenzierten Veranstaltungen.

Schüleraustausch mit Kanada

Wir bieten institutionalisiert für die Jahrgänge 10/11 einen Kanadaaustausch mit einer Schule in Edmonton an.

Gemeinsame Gestaltung

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe arbeiten gemeinsam mit Kollegen an der Entwicklung, Durchführung und Verbesserung von Inhalten und Abläufen des Oberstufenunterrichts. Zum Beispiel wurde für die Kernfächer eine Lernmappe entwickelt und eine Information über die Profile von Schülern der Studienstufe für Schüler der 10. Klassen als Unterstützung bei der Profilwahl wird vorbereitet und durchgeführt.


Methodenlernen

Präsentationstechniken haben in der Profiloberstufe einen hohen Stellenwert: Sie werden zum Beispiel im Seminar eingeübt und benotete Präsentationen werden im Rahmen der Berufsorientierung im 1. Semester sowie fachgebunden im 3.Semester durchgeführt. Diese Aufgabenformate dienen auch der Vorbereitung für die Präsentationsprüfung im mündlichen Abitur. Seit dem Schuljahr 2001/2002 führen wir Fachtage durch. In den Kernfächern und in den profilgebenden Fächern findet hier eine Vorbereitung auf die Abiturprüfung statt. Bewertungskriterien der laufenden Kursarbeit liegen den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe schriftlich vor. Die Schülerinnen und Schüler finden diese Informationen ausgesprochen hilfreich, auch im Hinblick auf die Transparenz der Bewertung und als Ansporn zur Verbesserung der eigenen Leistung.

Fehlzeitenvertrag

Zum „Umgang mit Fehlzeiten“ haben Lehrer gemeinsam mit Schülern einen Fehlzeitenvertrag erarbeitet, der einen einheitlichen Umgang mit Fehlzeiten auch hinsichtlich der Bewertung regelt. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält diesen Vertrag bei Eintritt in unsere Oberstufe, in der 10.Klasse. Wir, Schüler und Lehrer, möchten auf diesem Wege zum einen jeden Schüler mit seinen Schwierigkeiten ernst nehmen und zum anderen seine Selbstverantwortung stärken sowie gemeinsam mit den Eltern der minderjährigen Schüler dafür Sorge tragen, dass der Erfolg der Schullaufbahn nicht durch zu hohe Fehlzeiten gefährdet wird. Es ist uns wichtig, dass jede Schülerin und jeder Schüler gern, regelmäßig und vor allem mit einem erfolgreichen Abschluss unsere Schule besucht.

Beratungsangebote

Auch für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe stehen unsere Beratungslehrer Frau Stange und Herr Gotowos zur Verfügung. Im Angebot ist z.B. ein Seminar zum Thema: „Umgang mit Prüfungsängsten / Stressabbau“. Aber auch Stufensprecher, Tutoren und ich, als Abteilungsleiter Oberstufe, helfen Ihnen gern weiter.

Unsere Profiloberstufe

Einen kurzen Überblick über unsere Profiloberstufe sowie Details über die Semesterthemen in den einzelnen Profilen finden sie hier.
Weitere wichtige Informationen u.a. zu den Aufgabenfeldern gemäß KMK, der grundsätzlichen Gestaltung der Studienstufe, zu Belegverpflichtungen ebenso wie zur Abiturprüfung finden Sie im Folgenden:
Links zu Seiten der Behörde:


 
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Übersicht über unsere Profile

Profil »System: Natur – Mensch – Wissenschaft«

Profilgebend: Biologie (4) + Seminar (2)
Profilbegleitend: Chemie (4) und Philosophie (2)

Wie arbeitet man im Labor? Wie erstelle ich meinen eigenen genetischen Fingerabdruck? Welche Impulse gehen von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen für die Bewältigung globaler Herausforderungen aus? Welchen Stellenwert haben Ethik und Moral in naturwissenschaftlichen Fragestellungen? Inwieweit beeinflussen wirtschaftliche Erwägungen die Forschung?

Unsere Welt ist in zunehmendem Maße durch den naturwissenschaftlichen Fortschritt geprägt. Daher betrachten wir im Profil ‚Natur-Mensch-Wissenschaft‘ biologische Themenschwerpunkte in den komplexen Zusammenhängen, in die sie eingebettet sind und in denen sie meist maßgebliche Impulse setzen. Die Entwicklung von Wissen, Kompetenzen und Werten, die für die Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen, aber auch mit Problemen unserer Gesellschaft in der Gegenwart und Zukunft bedeutsam sind, stellen wir dabei in den Vordergrund, um das interdisziplinäre Denken zu fördern.

Hierbei ermöglicht die fächerverbindende Zusammenarbeit des profilgebenden Faches Biologie mit den zwei begleitenden Fächern Chemie und Philosophie die Vermittlung von Kompetenzen wie z.B. die Fähigkeit zur sozialwissenschaftlichen Analyse oder Strategien zur Konfliktlösung. In diesen Sequenzen werden z.B. ethische Fragen wie die Präimplantationsdiagnostik und der flächendeckende Einsatz von Genchips, aber auch der Einsatz von Gentechnik in der Lebensmittelindustrie kontrovers diskutiert. Ein enger Kontakt besteht hier u.a. zur NCL-Stiftung.

Außerschulische Lernorte:

Die Schülerinnen und Schülern sammeln praktische Laborerfahrungen am UKE oder im Naturwissenschaftlichen Zentrum. Hier erlernen und erproben sie u.a. alle Schritte zur Erstellung eines genetischen Fingerabdrucks, aber auch allgemeine handwerkliche Fertigkeiten wie z.B. das Pipettieren im μl-Bereich.

Die Profilreise dient vor allem der Untersuchung unterschiedlicher Ökosysteme sowie ihrer lebensförderlichen und -hinderlichen Faktoren. Im Schuljahr 2013/14 führt die Reise z.B. ins Meeresbiologische Zentrum in der Nähe von Neapel. So erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit theoretisches Wissen anzuwenden und sammeln Erfahrungen in der Bestimmung mariner Lebewesen sowie im Labor bei der chemischen Analyse von Gewässerproben.

Überblick über die Semesterthemen: System: Natur – Mensch – Wissenschaft

Profil »Patterns of Life in Time and Space«

Profilgebend: History (4) + Seminar (2)
Profilbegleitend: Biology (4) und Geography (2)

In welcher Weise haben historische Zusammenhänge, geographische Gegebenheiten, Phänomene der Biologie sowie Formen ihrer Erforschung Gesellschaften und ihre Geschichte geprägt? Welche überraschenden Erklärungszusammenhänge lassen sich aus dieser Gesamtschau gewinnen? Welche Schlüsse lassen sich daraus über Entstehung, Wirkung und Lösungsmöglichkeiten der aktuellen globalen Konflikt- und Problemlagen  ableiten?

In „Patterns“ beschäftigen wir uns mit Ereignissen und Entwicklungen, die für das Verständnis und für die Analyse aktueller globaler Problemlagen von wesentlicher Bedeutung sind (Stichwort: Kriege und Ressourcenknappheit). Wir untersuchen die Funktion gesellschaftlicher Ordnungen und der sie bestimmenden Ökonomien innerhalb der jeweiligen geographischen Gegebenheiten. Alltagsleben, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur geraten in unterschiedlichsten historischen Epochen in krisenhafte Situationen. Die Ursachen, Verläufe und Folgewirkungen in verschiedenen Weltregionen geben Aufschluss über Lösungsmöglichkeiten und neue Probleme. Lokales können wir in seinen globalen Bedingungen sichtbar machen, Lösungsansätze ansprechen, machtpolitische Strategien der Vergangenheit auf ihre Effekte hin untersuchen. In dem Profil »Patterns of Life in Time and Space«, wird der bilinguale Zweig fortgesetzt. Die Unterrichtssprache in allen Profilfächern ist Englisch. Auch aus den anderen Profilen heraus, ist die Wahl von Sachfächern auf Englisch möglich. Der Kompetenzerwerb in der Fremdsprache ist – angesichts der vielfältigen englischsprachigen Angebote und der Anwendungs- und Erwerbsmöglichkeiten – ausgesprochen hoch.

Wir arbeiten fächerverbindend und fächerübergreifend, wodurch geistes-, sozial- und naturwissenschaftliche Perspektiven gleichermaßen Berücksichtigung finden, wie z.B. bei der Exkursion an die Nordseeküste zum Thema ‚Ökologie‘ oder der Betrachtung der Kolonialisierung und Entkolonialisierung unter historischen und geographischen Aspekten.

Außerschulische Lernorte: 

Die Schülerinnen und Schüler nehmen an Projekten der International Wadden Sea School an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste teil. Ein wichtiger und interessanter Kooperationspartner ist darüber hinaus das Staatsarchiv Hamburg. Dort wird zum Thema ‚Modernisierung und Stadtentwicklung´ über „W. Lindleys Wirken in Hamburg“ geforscht und es werden die Bezüge von Stadtgeschichte, Hygiene und Gesundheit untersucht. Die Zeit der britischen Besatzung in Hamburg  geht den Zusammenhängen von Besatzungsmacht, britischer Kulturhoheit und den unmittelbaren und mittelbaren Folgen für die Stadtgeschichte nach 1945 nach.

Die Profilreisen in den vergangenen Jahren führten auf die ehemalige britische Kolonie Malta und in die ehemalige Industriemetropole Manchester. Die Einblicke und Erfahrungen vor Ort gehen immer weit über das im Profil Erarbeitete und Diskutierte hinaus. Sie sind wesentliche Meilensteine der Profilarbeit und geben wichtige Impulse für die Ausbildungs- und Studienkarriere der künftigen Abiturientinnen und Abiturienten.

Überblick über die Semesterthemen: Patterns of Life in Time and Space

Profil »Gesellschaftliche Herausforderungen und Perspektiven«

Profilgebend: PGW (4) + Seminar (2)
Profilbegleitend: Geographie (4) und Kunst (2)

Soll sich Deutschland an der Lösung internationaler Krisen beteiligen? Welche Folgen haben Wirtschaftskrisen für unser Zusammenleben? Welche Bedeutung haben internationale Beziehungen? Warum sollen wir umweltbewusst handeln? Welche Rolle spielt der Staat?

Die Beantwortung dieser Fragen setzt sowohl ein Verständnis von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, als auch von historischen und biologischen Zusammenhängen voraus. In diesem Profil werden wir vielfältigste nationale und globale Herausforderungen intensiv analysieren sowie mögliche gesellschaftliche Antworten diskutieren und beurteilen.

Fächerübergreifend setzen wir uns mit politischen Herausforderungen und deren geographischen und künstlerischen Zusammenhängen auseinander, sodass nationale, aber auch globale Herausforderungen aus verschiedenen Sichtweisen erfahrbar werden. Mögliche Themen wären u.a. „Stadtsoziologie und Architektur“ „Die Architektur des Hamburger Rathauses und das aktuelle politische System“, „Internationale Kunstmärkte“, „Ressourcenkonflikte“, „Wahlen und die Medien“.

Außerschulische Lernorte:

Die Schülerinnen und Schüler besuchen regelmäßig z.B. den Bundestag in Berlin oder die Hamburgische Bürgerschaft. Diskussionen mit Abgeordneten und Senatoren zu aktuellen politischen Themen runden die Besuche ab. Weiterhin sind gemeinsame Exkursionen in Museen und Stadtteile möglich, in denen fächerverbindende Elemente aufgegriffen werden.

Die Profilreise ermöglicht den Schülerinnen und Schülern aktuelle Herausforderungen und Zusammenhänge vor Ort zu erfahren. 2015/15 erhielten sie so die Möglichkeit auf einer Studienfahrt nach Prag, das tschechische Parlament zu besuchen und deren Entscheidungsprozesse zu reflektieren, die Optionen für die  Nutzung von Räumen in der Stadt sowie die Verwendung von klassischer moderner  Architektur in einer anderen Stadt als Hamburg vor Ort zu erleben und deren Verknüpfung zu erarbeiten.

Überblick über die Semesterthemen: Gesellschaftliche Herausforderungen und Perspektiven


Profil »Wirtschaft und Gesellschaft in globalem Kontext«

Profilgebend: Wirtschaft (4) + Seminar (2)
Profilbegleitend: PGW (4) und Englisch (4)

Was führt zur Verschuldung von Staaten? Wie können diese Krisen bewältigt oder gar verhindert werden?  Warum kam und kommt es zu Börsencrashs? Welche Rolle spielt bei allen ökonomischen Erwägungen eigentlich die Nachhaltigkeit, insbesondere der Klimaschutz?

Um die Welt zu verstehen, wird ein Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge immer wichtiger. Im Profil „Wirtschaft und Gesellschaft“ untersuchen wir wirtschaftliche Sachverhalte in ihren Wechselwirkungen mit Politik und Gesellschaften. Wir analysieren, wie sich Menschen, Unternehmen und Staaten in einer global vernetzten Welt verhalten und diskutieren, wohin sich Wirtschaft und Gesellschaft in Zukunft entwickeln sollten.

Unsere fächerübergreifenden Profilthemen beschäftigen sich mit Fragen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verantwortung, folglich mit realen Herausforderungen unserer Zeit. Beispielsweise können sich die Schülerinnen und Schüler in Fallanalysen zur Schuldenkrise mit international unterschiedlichen wirtschaftlichen Ausgangslagen, Gesellschaftsstrukturen und politischen Systemen und den wirtschaftspolitischen und gesellschaftlichen Implikationen auseinandersetzen oder auch weltweit relevante Themen wie Fracking aus den unterschiedlichen Fachperspektiven diskutieren.

Außerschulische Lernorte:

Praxisnahes und projektorientiertes Arbeiten spielen eine große Rolle. So nehmen wir in den beiden ersten Semestern an dem Wettbewerb „business@school“ teil, der in Kooperation mit der Unternehmensberatung Boston Consulting Group durchgeführt wird. Im Zuge dessen analysieren wir zunächst einen Konzern sowie ein kleines „Unternehmen von nebenan“, bevor es an die Ausarbeitung eigener Geschäftsideen geht. Wir kooperieren außerdem mit der Otto Group, die uns Einblicke in die Arbeit verschiedener Abteilungen – z.B. der Corporate Responsibility oder der Unternehmenskommunikation – ermöglicht.

Die Profilreise will einen Einblick in Unternehmen oder Finanzplätze anderer Länder, aber auch die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen europäischer Großstädte ermöglichen. So konnten wir beispielsweise in London verschiedene Stadtteile auf Merkmale der Gentrifizierung untersuchen, besuchten die Bank of England und informierten uns vor Ort über Studienmöglichkeiten an der London School of Economics.

Überblick über die Semesterthemen: Wirtschaft und Gesellschaft in globalem Kontext

Profil »Bilderwelten - Weltbilder«

Profilgebend: Kunst (4) + Seminar (2)
Profilbegleitend: Geschichte (4)

Wie zeigt sich die Macht der Bilder? Welchen Einfluss haben Bilder auf uns? Was ist das Ich und wie zeigt es sich? Wie wurde und wie wird das „Ich“ in der Kunst dargestellt und welche Möglichkeiten finde Ich? Ist Architektur Behausung oder eher Kunst? Welche Formen und Funktionen zeigt sie in den Jahrhunderten? Kunst in Bewegung, wann ist Kunst=Leben?

Dies sind nur einige der Fragen. Im Mittelpunkt des Profils steht die intellektuelle wie die künstlerische Untersuchung von Weltbildern und Bildwelten. Wir erforschen die Zusammenhänge von Wahrnehmung, Vorstellung und Darstellung von Welt, befragen die Geschichte dieser Phänomene und bewegen uns damit in den Bereichen der Bildenden Kunst, der Architektur, des Designs sowie der Alltagskultur. Neben Kreativität und Problemlösungsstrategien werden ganz gezielt die Wahrnehmungs- und Kritikfähigkeit gefördert.

In fächerübergreifenden Sequenzen untersuchen die Schülerinnen und Schüler in Kooperation mit dem begleitenden Fach Geschichte z.B. die „Macht der Bilder und Bilder der Macht“. Während hier die europäischen und künstlerischen Herrschaftsstrategien und Insignien der Macht im Mittelpunkt stehen, wird gemeinsam mit Biologie z.B. das Thema „Ich ist ein Anderer“ in den Blick genommen und Identitätskonstruktionen im Zeitalter der Gentechnik befragt.

Außerschulische Lernorte:

In jedem Semester werden außerschulische Lernorte und außerschulische Partner für Projekte aufgesucht. Ausstellungsbesuche und der Austausch mit außerschulischen Experten wie z.B. Architekten, Designern, Künstlern aber auch Biologen oder auch zu anderen Institutionen der Kultur sollen die Interessen, Fähigkeiten und Neigungen jedes Einzelnen erweitern und stärken. In dieser Kooperation wird gearbeitet und geforscht: Von dem Besuch der Werbeagentur über Museums-, Werkstätten- und Atelierbesuche bis hin zu Besuchen anderer wichtiger kultureller Orte der Kunst, der Architektur und der Alltagskultur. Gefestigte Kontakte bestehen zur Werbeagentur Scholz&Friends, der Hamburger Kunsthalle, zur Hamburgischen Architektenkammer (Initiative Architektur und Schule / Frau Szepanski), dem Auktionshaus Villa Grisebach (Frau Busold), u.a.

Insbesondere die Profilreisen verknüpfen geschickt die Fächer Kunst, Geschichte und Biologie an außerschulischen Lernorten. Unter dem Forschungsaspekt  „London/Paris als Ort der Kunst“ – „Die Stadt als gestalteter Lebens-Raum, als Raum der Erinnerung und der Kunst“ erkunden die Schülerinnen und Schüler europäische Metropolen, die wegweisende Impulse für das heutige Leben und die aktuelle Kunst setzten und setzen.

Überblick über die Semesterthemen: Bildwelten – Weltbilder

Das Seminar

In allen Profilen ist das Seminar integriert.

Im Seminar eignen sich die Schülerinnen und Schüler für die erfolgreiche Arbeit in der Studienstufe wichtige fächerübergreifende Kompetenzen an, wie z.B. mediengestützes Präsentieren, effektives recherchieren, Erfassen und Aufbereiten von Fachinformationen.

Darüber hinaus erfahren sie studienvorbereitend eine Hinführung zum wissenschaftlichen arbeiten.